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Baron von Münchfischen im Meer

An einem sonnigen warmen Urlaubstag am Strand ging ich an meinem Lieblingsküstensandstrandeck mit schwarzem Sand spazieren.

Ich suchte Muscheln. Einige hatte ich schon gefunden und in meinem kleinen Täschchen, wo auch mein Fotoapparat und meine Brille lagen, versteckt. Im schwarzen Sand sah man die weißen Muscheln herausstechen.

Auf einmal sah ich vor mir ein langes, leichtes und gleichzeitig dickes Bambusrohr liegen, vom Bambuswald links von mir. Rechts gab es nur Meer. Ich nahm das Bambusrohr in meiner Tasche mit, zur Sicherheit, und ging weiter Muscheln sammeln.

Auf einmal entdeckte ich eine riesige Muschel, so groß, dass ich hineinpasste. Gleich neben dem Meer lag sie. Außerdem war die Muschel eine schöne weiß-beige Venusmuschel, die noch beide Hälften besaß. Ohne lange nachzudenken, schob ich sie ins Wasser. Doch dann fiel mir ein, dass ich sie wie ein Unterwasserboot verwenden könnte. Doch womit sollte ich sie antreiben? Da sah ich, wie das Meer ein paar Meter weiter weg zwei Padel anschwemmte. „Wahrscheinlich von einem kleinen Schiffsunglück“, dachte ich. Ich holte die Padel und stieg in die Muschel. Mein Bambusrohr benutzte ich wie einen Schnorchel und meine Brille wie eine Taucherbrille und dann ging es los!

Ich tauchte mit meinem Boot unter Wasser. Eine Dreiviertelstunde später sah ich in 20 Metern Tiefe wunderschöne bunte, fast neonfarbige Korallen. Dort waren auch bunte Fische. Plötzlich hatte ich die Idee, jeden Fisch mit meinem Fotoapparat, den ich in meiner Tasche hatte, zu fotografieren. Also fotografierte ich jede Pflanze, jede Koralle und jedes Tier. Einige Stunden später war ich fertig. Ich dachte, wenn ich eine neue Art von etwas entdecke, würde ich sicher berühmt werden, und es würde nach einem von mir ausgewählten Namen benannt werden!

Einen Meter vor mir sah ich einen coolen Fisch, der Ähnlichkeiten mit einem Schwertfisch, oder Marlin, hatte. Ich verspürte Lust, auf ihm zurück zum Strand zu schwimmen. Ich befestige zwei dicke Algenschnüre, die an einem bunten Korallenriff wuchsen, an meiner Muschel. Dann schwamm ich leise und langsam auf den goldgefleckten, meerblauen Fisch zu. Ich fixierte die Algenschnüre hastig an ihm und kraulte schnell zurück zur Muschel. Mit den Schnüren lenkte ich den Fisch mit mir und der Muschel in Richtung Strand.

Mit den Fotos in meiner Tasche fuhr ich danach mit meinem Fahrrad zu einem Biologie-Meeresmuseum. Dort gab ich meine Bilder ab, und tatsächlich hatte ich eine neue Fischart entdeckt! Es war ausgerechnet der Fisch, auf dem ich wie auf einem Pferd geritten und geschwommen war. Ich durfte ihn benennen, und ich nannte ihn „Baron von Münchfischen“. Ich wurde berühmt. Das fand ich toll, denn da dachte ich nur LOL.

Das war ein tolles Erlebnis. Ich werde es nie vergessen!

Diese Geschichte entstand in der Schreibwerkstatt von Heidi Collon.

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Autor

  • Jess kann lustige Grimassen schneiden und fast alle ihre Finger knacksen. Sie ist lustig und liebt es zu tratschen. In der Redaktion übernimmt sie die Leitung. Jess muss regelmäßig Meetingsagenda vorbereiten und die Redaktionssitzungen führen.

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