Eine Brieftaube trägt einen Brief
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Alles nur wegen einer Brieftaube

An einem wunderschönen Sommertag im Mittelalter bekam eine Bäuerin namens Adelheid zwei süße Kinder. Sie schloss die Engel schon beim ersten Blick in ihr fröhliches Herz. 

Sie gab ihnen die Namen Hans und Franz. Doch als ihre Kinder vier Jahre alt wurden, sah sie, dass sie sich schon mit diesen wenigen Jahren oft um unwichtige Kleinigkeiten wie um einen Ritterhelm aus Papier stritten. Dennoch mochten sie sich.

Als die zwei Zwillinge ihren 6. Geburtstag feierten, bekamen sie 2 Schwerter und 2 Schilder. Sie kämpften gleich los damit. Ihre Mutter musste sie auseinanderhalten.

Als Adelheid an der Pest starb, waren Hans und Franz 11 Jahre alt. Die Kinder trauerten eine lange Zeit. Beide hatten ihre Interessen in der Zeit fortgebildet. Hans interessierte sich mehr für das Kulinarische und Franz mehr für die Landwirtschaft. Da sie nicht viel Geld hatten, entschieden sie, auf Reisen zu gehen, um eine gut bezahlte Arbeit und eine Familie zu finden.

Sie nahmen jeweils ein mit Essen gefülltes großes Tuch und knoteten es an einen langen Wanderstock aus Hartholz. Nun hatte jeder der zwei einen Bündelstock, den sie auf ihren Schultern trugen.

Beide Brüder gingen ihre eigenen Wege.

Hans ging bei der ersten Verzweigung nach rechts. Er kam zu der zauberhaften Burg des Königs Friedrich, machte Halt und begann dort sein neues Leben, wo er der beste Koch des Königreichs wurde.

Franz ging bei der Verzweigung jedoch nach links und kam zu einem kleinen Dorf, das dem Fürsten Heinrich gehörte, wo er ein Mädchen namens Ida traf, das sich auch wie Franz für Landwirtschaft interessierte. So wurden die beiden im Alter von 15 Bauern. Franz und Ida bauten jede Art von Getreide an und pflanzten Bäume, Sträucher und unterschiedliche Tomaten, Gurken, Rüben, Karotten und Salate an. Mit 16 kauften sie sich mit dem gesparten Geld von den Lebensmittelmärkten, die sie betrieben, auch 2 Pferde und eine Kutsche zum Reisen.

Hans dagegen lernte im gleichen Alter unterschiedliche köstliche Gerichte in der Küche des Königs Friedrich kennen.

Es verging 1 Jahr.

Ein halbes Jahr arbeitete nun ein 16-jähriges Mädchen in Hans’ Küche. Sie hieß Maria und Hans verliebte sich gleich in sie. Sie waren ein gutes Team beim Kochen, denn dem König schmeckte es immer und er lobte die beiden oft.

Als Franz und Ida mit 17 heirateten, luden sie sogar den Bruder Hans zu ihrer Hochzeit ein. Die Hochzeit verlief gut.

Mit dem gleichen Alter wie Franz heirateten auch Hans und Maria, luden Franz und Ida jedoch nicht ein.

Bei sich zu Hause wunderte sich Franz, denn Hans hatte bei ihrer Hochzeit vor einem Monat versprochen, dass er sie einen Monat darauf zu ihrer Hochzeit in ihrem Haus mit der Nummer 123 einladen würde. Franz wurde wütend und verkündete seiner Frau, dass sie mit einer Kutsche zu Hans fahren würden, um ihm zu sagen, dass er das Versprechen gebrochen hatte. Sie holten ihre alte Kutsche aus ihrem heruntergekommenen Schuppen und spannten ihre Pferde dran. Dann nahmen sie Proviant und selbst genähte Kleidung mit. Es ging los, an den Zügeln saß Franz und er steuerte die Pferde zu Hans’ Zuhause.

Es vergingen 3 Tage. Das Paar fuhr an Wäldern, Flüssen und Bergen vorbei. Sie waren in König Friedrichs Reich angekommen. Franz lenkte die Pferde über eine schöne große Handelsstraße mit vielen bunten Märkten und Gebäuden zu Hans’ Haus. Franz und Ida klopften an die Türe des vornehmen Hauses.

Als Hans die Türe öffnete, wunderte er sich, seinen Bruder zu sehen, und sagte, dass Franz vier Tage zu spät zu seiner Hochzeit war. Die Bauern fingen an, sich bei Hans über die fehlende Einladung zu beschweren, aber Hans meinte, er habe Franz und Ida eine Brieftaube vom Königlichen Taubenboten Martin schicken lassen. Doch das glaubte Franz, Hans nicht und die Brüder begannen zu streiten.

Ihre Frauen mussten einspringen und die beiden auseinanderhalten. Ida und Maria hatten die Idee, den Boten des Königs zu fragen, wo die Taube geblieben war, was sie auch gleich taten. Hans führte alle zu einem Haus neben der gut gefüllten Handelsstraße.

Sie gingen in ein efeu-bewachsenes kleines Haus, wo Martin, der Taubenbote, in einer gemütlichen Ecke neben all seinen Tauben, die über ihm in Käfigen eingeschlossen schliefen, saß. Hans sprach ihn an und es stellte sich heraus, dass Hans Martin die falsche Adresse gegeben hatte und die Taube die Nachricht somit an jemand anderen überbracht hatte.

Hans regte sich ein bisschen über seine Dummheit auf. Bei sich zuhause schlug Franz vor, die Hochzeiten gemeinsam als Brüder nochmal zu feiern, was allen gut passte. In dem Moment wurden Hans und Franz die besten Brüder dieser kleinen Familie.

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Autor

  • Jess kann lustige Grimassen schneiden und fast alle ihre Finger knacksen. Sie ist lustig und liebt es zu tratschen. In der Redaktion übernimmt sie die Leitung. Jess muss regelmäßig Meetingsagenda vorbereiten und die Redaktionssitzungen führen.

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