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Anleitung: Messer schleifen mit einer Schleifmaschine

In den meisten Haushalten findet man stumpfe Messer. Die meisten Schneidwerkzeuge sind stumpf oder nicht scharf geschliffen, um Verletztungsgefahr zu vermeiden. Daher zeige ich euch die Funktionen einer Schleifmaschine und wie man mit ihr richtig schleift.

Aber zuerst zeige ich euch, welches Zubehör benötigt wird und welchen Zweck sie erfüllt.

Schleifmaschine und Zubehör

Das ist eine Nassschleifmaschine der Firma Tormek. Diese Schleifmaschinen sind super geeignet für Anfänger, da es möglich ist, sogenannte Vorrichtungen zu verwenden, die das Schleifen erleichtern, und weil der Grad langsam entsteht. Bei den Trockenschleifmaschinen ist es nicht der Fall.

Nassschleifmaschine
Nassschleifmaschine

Wasserbehälter

Damit der Stein nass bleibt und beim Schleifen das Messer nicht heiß wird, brauchen wir diesen Wasserbehälter. Dieser Behälter wird unter dem Schleifstein eingehakt, damit der Stein während der Rotierung Wasser aufnehmen kann.

Wasserbehälter

Vorrichtung

Diese Vorrichtung wird dazu verwendet, Küchenmesser zu schleifen. Es gibt natürlich auch Vorrichtungen für Stemmeisen, Scheren, Äxte und so weiter, aber wir wollen uns auf Küchenmesser und eventuell Taschenmesser konzentrieren.

Schleifvorrichtung

Winkellehre

Mit dieser sogenannten Winkellehre kann man den richtigen Schneidewinkel einstellen. Die Winkellehre wird aber nur benötigt, wenn eine Schneide zugeschliffen werden muss. Sie kann auch verwendet werden, um Schneidewinkel zu messen.

Winkellehre

Universalstütze

Das ist eine Universalstütze. Damit stützt man die Vorrichtungen für das Schleifen der Schneidwerkzeuge.

Universalstütze

Abziehpaste und Öl

Mit dieser Abziehpaste wird der Grad schonend entfernt und zusätzlich wird die geschliffene Fläche noch feiner poliert.

Abziehpaste

Dieses Öl wird verwendet damit die Abziehpaste in das Leder eindringen kann

Öl für Abziehscheibe

Wasser und Küchenrolle

Natürlich benötigen wir noch ungefähr 1 – 1 1/2 Liter Wasser für unseren Stein

Und etwas Küchenrolle um die Fussel der Lederabziehscheibe zu entfernen

Wasser
Küchenrolle

Messer schleifen

Schleifmaschine vorbereiten

1. Als Erstes stellen wir die Maschine auf einen Tisch mit einer Unterlage. Ich verwende einfach einen alten Stoff.

2. Dann stecken wir die Maschine an und schalten sie mit dem schwarzen Knopf ein. Beide Scheiben fangen sich zu drehen an.

Schleifmaschine einschalten
Schleifmaschine einschalten
Links - Abziehscheibe, rechts - Schleifstein
Links – Abziehscheibe, rechts – Schleifstein

3. Während der Schleifstein sich dreht, wird das Wasser in den Wasserbehälter gegossen, bis der Stein kein Wasser mehr absorbiert und die maximale Anzeige erreicht wird. Dann wird die Maschine abgestellt.

4. Nun wird das Öl und darauf die Abziehpaste auf die Abziehscheibe aufgebracht. Dann wird die Maschine eingeschaltet und mit dem Werkzeug, das geschliefen werden soll, oder mit den Fingern auf der Abziehscheibe verteilt, bis keine weiße Paste mehr zu sehen ist.

Schleifen mit der Schleifmaschine

Nun kommen wir zum Schleifen.

5. Erste Seite schleifen. Wenn man die Schneide einmarkiert hat (optional), fixiert man die Vorrichtung an der Universalstütze und gleitet das Messer mit etwas Druck über den Schleifstein.

Wichtig ist, dass die ganze Schneide geschliffen wird und dass man das Messer von links nach rechts oder umgekehrt über den Schleifstein bewegt, damit gleichmäßig viel Material vom Messer und vom Schleifstein abgetragen wird.

Achtung! Wenn dies nicht beachtet wird, kann der Schleifstein uneben werden und das Messer kann auf der Stelle, wo man immer gegen den Schleifstein hielt, eine Vertiefung bekommen. Dann ist keine schön durchlaufende Klinge zu erwarten. Damit es überhaupt nicht so weit kommt, wird die Klinge nur so lange geschliffen, bis auf der anderen Seite ein sogenannter Grad entsteht.

6. Grad feststellen. Um den Grad festzustellen, fährt man einfach mit den Fingern über die andere Seite des Messers oder man hält das Messer über eine gute Lichtquelle. So sieht man, wo man fertig geschliffen hat. Wenn der Grad auf der ganzen Schneide zu sehen oder fühlen ist dann ist die erste Seite fertig geschliffen.

7. Zweite Seite schleifen. Nun wird die zweite Seite des Messers geschliefen. Fertig ist man, wenn über der ganzen Schneide der Grad auf der scharfen Klinge ist.

8. Grad abziehen. Um eine rassiermesserscharfe Klinge muss der Grad abgezogen werden, d.h. dass er entfernt werden muss. Das machen wir, indem wir die geschliffene Stelle mit etwas Druck auf die Lederabziehscheibe halten.

Nacharbeiten

9. Polieren. Jetzt abwechselnd bei beiden geschliffenen Stellen so lange polieren, bis der Grad auf der ganzen Schneide abgetragen wurde.

Man kann das auch manuell mit einem Ledergürtel machen. Ich benutze beide Methoden:

  • mit dem Ledergürtel trage ich den Grad grob ab,
  • mit der Lederabziehscheibe poliere ich die Schneide.

Man kann auch nur die Lederabziehscheibe benutzen, aber das dauert deutlich länger. Wenn man eine schnell rotierende Filzabziehscheibe hat, dann ist der Grad am schnellsten abgezogen. Aber sowas haben leider nicht alle 🙂

10. Prüfen. Wenn keine Eisenfusserl mehr auf der Klinge vorhanden sind, sollte das Messer rasiermesserscharf sein. Wenn das Messer in der Lage ist, Papier ohne viel Mühe zu zerschneiden, dann ist das Messer scharf.

Ich hoffe, dass dieser Beitrag hilft, eure Messer scharf zu halten. Ich werde auch einen Beitrag schreiben, wie man Messer manuell schleift, also ohne Maschine. Wenn ihr Fragen habt oder irgendwas nicht stimmt, dann lasst es mich in den Kommentaren wissen. Ich bin immer offen für Kritik!

Mit freundlichen Grüßen
Euer Wilhelm

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Autor

  • Wilhelm kann gut verhandeln und streng sein (wenn es sein muss). Vielleicht gerade deswegen ist er der einziger der uns retten kann, wenn die Redaktion im kreativen Chaos versinkt 😉 Für die Umsetzung des 4-Augen-Prinzips übernimmt er in der Redaktion die Korrektorat und macht unsere Arbeit professioneller.

    Wilhelm ist ein talentierter Schnitzer und ein guter Lehrer. Bilder von seiner kunstvollen Schnitzerei zusammen mit lehrreichen und praktischen Beiträgen machen Lust auf sein Handwerk.
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